Kaffee-Kommissare: Bruno, Chef de police

Zugegeben: der Kaffeekonsum von Bruno, Chef de police lässt zu wünschen übrig. Trotzdem verdient er eine Erwähnung in dieser Reihe. Verbindet er doch wie sein Kollege Dupin in der Bretagne kriminalistischen Spürsinn mit der Liebe zu gutem Essen, insbesondere zu den Spezialitäten der Region. Anders als Dupin ist Bruno nämlich dort aufgewachsen, wo er ermittelt, weshalb seine Fälle auch immer eine Liebeserklärung sind an die unvergleichliche Landschaft des Périgord in Südfrankreich.

So auch in seinem ersten Fall: Bruno Courrèges – Polizist, Gourmet, Sporttrainer und begehrtester Junggeselle von Saint-Denis – wird an den Tatort eines Mordes gerufen. Ein algerischer Einwanderer, dessen Kinder in der Ortschaft wohnen, ist tot aufgefunden worden. Das Opfer ist ein Kriegsveteran, Träger des Croix de Guerre, und weil das Verbrechen offenbar rassistische Hintergründe hat, werden auch nationale Polizeibehörden eingeschaltet, die Bruno von den Ermittlungen ausschließen wollen. Doch der nutzt seine Ortskenntnisse und Beziehungen, ermittelt auf eigene Faust und deckt die weit in der Vergangenheit wurzelnden Ursachen des Verbrechens auf.

Der gebürtige Schotte und Wahlfranzose Martin Walker ist nicht nur Journalist Schriftsteller und Erfinder der Romanfigur Bruno, er ist auch auch Historiker, weshalb seine Romane neben fantastischen Landschaftsbeschreibungen auch jede Menge geschichtliche Fakten beinhalten. Martin Walker studierte am Balliol College der Universität Oxford Geschichte und wechselte später an die Harvard University, um Internationale Beziehungen und Wirtschaft zu studieren. Nach seinem erfolgreichen Abschluss suchte er sich eine Anstellung als Redakteur bei der britischen Tageszeitung „The Guardian“, wo er 25 Jahre lange tätig war. Bekannt wurde der Autor durch seine geschichtlichen und politischen Sachbücher, etwa über Gorbatschow oder Clinton. Von der Bruno, Chef de police-Reihe gibt es mittlerweile 14 Bände in zehn Sprachen.

Das Besondere an der Romanserie von Martin Walker: sie ist nicht nur Krimi, sondern gleichzeitig Reiseführer. Die Landschaften werden so treffend beschrieben, dass man trotz der unangenehmen Ereignisse sofort Lust bekommt, hier seinen nächsten Urlaub zu verbringen. Im Südwesten von Frankreich gelegen, lebt die Gegend von gutem Essen und Wein sowie dem milden Klima. Wie Bruno allerdings mit so wenig Kaffee ermitteln, ja überleben kann, ist mir ein Rätsel!

Die Bruno, Chef de police-Reihe ist im Diogenes Verlag erschienen. Quellen: Wikipedia, Klappentext, Verlagsseite, buecherserien.de, brunoaufdeutsch.com.

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