Eine Tasse auf Reisen

Auf dem Rückweg vom Corona-Test blitzte mir neben dem Mülleimer vor dem Eingang der U-Bahn-Station Theresienwiese etwas Blaues entgegen. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich der blaue Gegenstand als eine Tasse, genauer gesagt eine Glühwein-Tasse vom Gans am Wasser aus dem nicht ganz so nahen Westpark. Immerhin lagen mehr als zwei Kilometer zwischen den beiden Orten, die nicht durch eine U-Bahn- oder Buslinie direkt miteinander verbunden sind.

Natürlich habe ich die Tasse eingesteckt. Nach kurzem Nachdenken allerdings nicht, um sie meiner Sammlung von Findeltassen hinzu zu fügen. Nein, diese Tasse wollte etwas anderes. Diese Tasse wollte nach hause! Doch zuerst drehte sie eine Runde in meiner Spülmaschine. Denn in dem verklebten Zustand, in dem sie war, konnte sie ihren Tassen-Kameraden doch nicht unter die Augen treten, oder?

An einem sonnigen Wintertag war es dann so weit. Die Gans-am-Wasser-Tasse machte sich mit mir auf den Weg zurück an den Mollsee im Westpark. Zwar hatte der Glühweinstand geschlossen, doch ich bin mir sicher, dass der kleine blaue Freund seine Kumpanen auch aus der Geschirr-Rückgabe des Cafés wiederfindet. Ich sammle ja gerne herrenlose Tassen. Diese aber hat eine deutlich kenntliche Heimat. Im Sinne der Nachhaltigkeit stand es für mich außer Frage, die Tasse wieder ihrer ursprünglichen Verwendung zu zu führen. Immerhin kann sie jetzt von ihrer Reise erzählen…

15 Gedanken zu “Eine Tasse auf Reisen

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