Kaffee als kleines Sonderhonorar

Eigentlich liegen mir die Abholungen im Münchner Umland mit dem Taxi eher nicht. Grund dafür ist die manchmal etwas komplizierte TTO, die Taxitarifordnung. Da sich Taxiunternehmer aus den Nachbargemeinden darüber beschwert haben, dass Münchner Taxifahrer ohne zusätzliche Anfahrtskosten bei ihnen „wildern“ würden, dürfen wir jetzt ab Stadt- beziehungsweise Tarifgrenze mit eingeschaltetem Taxameter zum Kunden fahren.

Die Regel besagt: Wir fahren mit dem Tarif 1, also dem Streckentarif zum Kunden, fährt er dann über die selbe Strecke mit uns zurück in die Stadt München, dann wird dieser Teil der Fahrt im Tarif 2, also im Wartezeittarif gefahren. Erst an der Stadtgrenze wird dann wieder in den regulären Tarif 1 gewechselt. Will der Kunde aber nicht nach München oder über eine andere Strecke fahren, so bleiben wir gleich im Tarif 1. So die Theorie.

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In der Praxis führt das immer wieder zu Diskussionen mit den Fahrgästen. In diesem konkreten Fall bekam ich am Taxistand Carl-Wery am U-Bahnhof Neuperlach Süd eine Vorbestellung an einer Tankstelle in Neubiberg. Von dort kostet die Anfahrt über zehn Euro. Käme ich hingegen vom Taxistand Oskar-Maria-Graf am Krankenhaus Neuperlach, dann wäre die Stadt- und Tarifgrenze nur etwa 200 Meter vom Abholort entfernt – und damit entsprechend günstiger.

Jetzt wird es noch komplizierter. Was ist mit der Wartezeit, wenn ich vor der Vorbestellungszeit beim Kunden bin? In München schalte ich die Uhr einfach ein, wenn der Kunde einsteigt oder die Vorbestellungszeit erreicht ist. Hier im Umland habe ich den Taxameter also schon an der Gemeindegrenze Neubiberg eingeschaltet. So wartete ich mit der Abfahrt so lange, bis ich etwa zur VB-Zeit an der Tankstelle eintreffen konnte.

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Blöd nur, dass die Kundin, eine Angestellte der Tankstelle, nicht los konnte, da ihre Ablösung noch nicht da war. Was sollte ich jetzt tun? Die Anfahrt kassieren und wieder fahren? Oder für die Kundin kostenpflichtig warten. Die bat mich zu warten und kam dann mit einem großen Cappuccino zum Taxi. Das machte mir die Entscheidung nun wieder einfach: ich schaltete das Taxameter erstmal auf Pause und trank in Ruhe meinen Kaffee. Als die Kundin schließlich kam, schaltete ich das Taxameter wieder ein und die Fahrt konnte losgehen. Nicht ganz regelkonform aber fast – und ein fairer Kompromiss. Aber wer mir einen Kaffee bringt, der kann auch von mir mit einem kleinen Entgegenkommen rechnen…

 

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