Mit meinem ganzen Gepäck an der Backe war meine Reichweite doch deutlich begrenzt. So ging es entlang der Via Roma stadteinwärts und schon bald wies mir ein Wegweiser die Richtung in die Geschichte Olbias. Besiedelt war dieser Teil der Insel schon im Neolithikum, also vor 6.000 Jahren. In der Bronzezeit ab ca. 1500 v. Chr. breitete sich hier die Nuraghenkultur mit den typischen stumpfkegeligen Rundtürmen, Brunnenheiligtümern und Hünengräbern aus. Die erste Besiedelung von Olbia erfolgte um 750 v. Chr. durch die Phönizier, die regen Handel mit Etruskern und Laziern trieben.

80 Jahre später entstand eine griechische Siedlung. Aus dieser Zeit stammt auch der griechische Name Olbia, die Glückliche. Wieder ein Jahrhundert später übernahm Karthago die Insel und befestigte den Stützpunkt in Olbia. Aus dieser punischen Zeit stammen die Reste einer Stadtmauer, die in der Stadtmitte erhalten geblieben ist. Bezeichnender Weise war dies die gut befestigte Westmauer, die also Angriffe aus dem Landesinneren abwehren sollte. Ein Indiz dafür, dass die Sarden der Nuraghenkultur gegen die Besatzer Widerstand leisteten.

Nach so viel Kultur war ich froh einen der raren Supermärkte der Stadt zu finden. Dazu später mehr. Für diesmal reichte der Einkauf für die grundlegende Verpflegung für meinen Aufenthalt, darunter die hier verfügbare Kaffee-Cola, die es aber nur in einer zuckerfreien Variante zu kaufen gab. Trotzdem eine nette Erinnerung an Griechenland.

Außerdem entdeckte ich ein mir bis dahin unbekanntes Getränk aus dem Hause San Pellegrino: Chinotto beziehungsweise Chinò, eine Limonade aus einer Art Bitterorange, wie sie auch für Campari hergenommen wird. Das Ergebnis ist ein von der Farbe her Cola ähnliches Getränk von erfrischend bitterem Geschmack. Mit den Einkäufen nun noch schwerer bepackt war ich nun doch froh, dass meine Zimmerwirtin inzwischen eingetroffen war, so dass ich einziehen konnte. So erleichtert konnte ich zum gemütlicheren Teil meines Kurzurlaubes übergehen…