Arabica fällt weiter – und reißt Robusta mit!

Die Stunde der Spekulanten: als Folge von exzessiven Spekulationen auf das „braune Gold“ Kaffee durchschlug der Kaffeepreis vergangenen April gleich zweimal die 90-US-Cent-Marke – und zwar nach unten. Überraschen kann das kaum. „Mit Blick auf die Angebots- und Nachfragesituation ergibt sich ein sehr düsteres Bild“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Händler.

Die großen Röstereien haben sich in dieser Niedrigpreisphase bereits günstig mit Rohkaffee eindecken können, so dass der weiter gefallene Preis keinen Kaufanreiz mehr darstellt. Zuletzt hatte ein gesunkener Real in Verbindung mit der sehr gut ausgefallenen Kaffee-Ernte in Brasilien Aufkäufer weltweit Motiviert. Doch jetzt sind die Lager voll und eine für 2019 prognostizierte weitere Rekordernte in Brasilien sorgt für eine gebremste Nachfrage.

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„Der Preis kann daher durchaus noch weiter fallen, solange die Regierung die zu höheren Preisen von den Kaffeebauern aufgekauften Bohnen nicht für längere Zeit vom Markt nimmt. Die Aussicht, dass dieses Angebot jederzeit auf den Markt gelangen kann, dürfte eine Preiserholung im Keim ersticken. Helfen könnten die bereits hohen spekulativen Netto-Short-Positionen. Nur bedarf es für Short-Eindeckungen eines Auslösers. Der ist momentan nicht in Sicht“, schreiben die Analysten der Commerzbank in ihrem „TagesInfo Rohstoffe“.

Mit 80% macht Arabica den Löwenanteil des in Brasilien angebauten Kaffees aus, weshalb er auch als erstes von dem Preisverfall betroffen war. Jetzt aber zieht der gesunkene Arabica-Preis auch den Robusta-Kaffee in die Tiefe. Das trifft vor allem einige asiatische Länder mit einem hohen Robusta-Anteil beim Anbau: Indien (60%), Sumatra (75%), Java (90%), Vietnam (95%) und Thailand (98%). Die Brasilien-Ernte wirkt sich nun global aus, also auch auf Länder, die beim Anbau auf den für Preisschwankungen weniger anfälligen Robusta-Kaffee gesetzt haben.

Kaffee aus Brasilien - Cafe's do Brasil

Jetzt werden die Bemühungen der brasilianischen Regierung, die notleidenden Kaffeebauern im Land finanziell zu stützen, von den Analysten scharf kritisiert. So würde Brasilien genau das Gegenteil erreichen: eine Marktbereinigung, die unrentable Anbieter aus dem Markt drücke, werde dadurch verhindert. Im „Tagesinfo Rohstoffe“ heißt es weiter: „Der Preis kann daher durchaus noch weiter fallen, solange die Regierung die zu höheren Preisen von den Kaffeebauern aufgekauften Bohnen nicht für längere Zeit vom Markt nimmt. Die Aussicht, dass dieses Angebot jederzeit auf den Markt gelangen kann, dürfte eine Preiserholung im Keim ersticken. Helfen könnten die bereits hohen spekulativen Netto-Short-Positionen. Nur bedarf es für Short-Eindeckungen eines Auslösers. Der ist momentan nicht in Sicht.“

 

Bildrechte: XXX, tali-russ/Fotolia.com, doc-rebe-media/Fotolia.com; Quellen: TagesInfo Rohstoffe/Commerzbank AG, GodmodeTrader.de.

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