Kubas Kaffee-Krise

Wer sich in Kuba mit Kaffee eindecken will, der sei gewarnt. Natürlich gibt es dort Kaffee zu kaufen – kiloweise. Doch sollte man nicht erwarten unbedingt allererste Qualität zu bekommen. Die A-Ware ist nämlich hauptsächlich für den Export bestimmt. Danach kommen in der Versorgungskette die staatlichen Hotels und Gastronomiebetriebe – der Tourismus untersteht dem Militär!

Das Kuba auf seinen Plantagen hauptsächlich Zuckerrohr, Tabak und Kaffee anbaut ist eine Binsenweisheit. Davon leiten sich vier Produkte ab: Rohrzucker, Rum, Zigarren und Kaffee, wobei alle vier Produkte der Insel ihren ganz eigenen Charakter haben. Und im Prinzip die einzigen Produkte sind, die immer und überall verfügbar sind. Doch das könnte sich jetzt ändern, denn Kuba hat ein Devisenproblem!

20170909_160809

Kuba erhält vom wichtigsten Partner, dem krisengeschüttelten Venezuela, Öl im Austausch für ins Partnerland entliehene Fachkräfte, vor allem Ärzte. Das Öl verkauft Kuba auf dem Weltmarkt und beschafft sich so Devisen. Allerdings hat sich der Ölimport in den letzten Wochen geradezu halbiert. Fehlt das Öl, dann fehlen auch die dringend benötigten Devisen mit denen wiederum Waren importieren werden, wie Lebensmittel, Ersatzteile und anderes. Inzwischen muss Kuba um den Bedarf der eigenen Bevölkerung zu decken sogar Zucker und Kaffee einführen – Produkte, für die das Land einst berühmt war.

„Mit dem Ziel, die Importe zu reduzieren, werde ich gemeinsam mit den Unternehmen nach Lösungen suchen, um die heimische Nachfrage zu decken“, zitiert der Spiegel den kubanischen Wirtschaftsminister Alejandro Gil. Er gibt an für Importe von Treibstoff und Lebensmitteln im laufenden Jahr fünf Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen zu wollen. Der restliche Bedarf soll aus heimischer Produktion gedeckt werden. Ob diese allerdings ausreicht ist mehr als zweifelhaft. So kann es kommen, dass während die hochwertigen Kaffees weiterhin als Devisenbringer ins Ausland verkauft werden, die kubanische Bevölkerung demnächst mit Engpässen in der Kaffeeversorgung zu rechnen hat. Für ein Land, in dem ohne Kaffee eigentlich nichts geht, undenkbar.

Coffee industry celebrated on cuban postage stamp

Mehr über Kuba findet sich hier!

Bildrechte: gmstockstudio/fotolia.com, Coffeenewstom, Silvio/fotolia.com, Quellen: Spiegel, Wallstreet Journal, Wikipedia.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..