Café-Welten: Tchibo

Tchibo steht längst für mehr als für Kaffee: Babywäsche, Telefontarife, Mode, Geschirr, Küchenutensilien, Plüschtiere, Möbel, Reisen, kaum ein Feld, dass der Versandhändler nicht beackern würde. Was nach dem zweiten Weltkrieg als Kaffeeversand per Post begann hat sich inzwischen zum Konzern mit rund 12.200 Mitarbeitern audgewachsen, davon rund 8.300 in Deutschland. Im Jahr 2015 betrug der Umsatz 3,4 Milliarden Euro. Da unterhielt das Unternehmen rund 680 Filialen innerhalb und rund 360 außerhalb Deutschlands – Tendenz steigend. Denn Tchibo ist auch Verkaufsstelle für offenen Kaffee in der Nähe und in einigen Filialen eine Möglichkeit den Kaffee auch gleich zu trinken.

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Am 13. Oktober 1955 eröffnete in Hamburg die erste Tchibo-Filiale, in der die Kunden den Kaffee vor dem Kauf probieren konnten. Der Name Tchibo setzt sich übrigens aus den Worten Tchilling und Bohne zusammen. Der Namensgeber Carl Tchilling-Hiryan hatte 1949 zusammen mit Max Herz, der ihm später seine Anteile abkaufte, die Firma gegründet. 1973 verhinderte das Rabattgesetz die Gratis-Zugabe von Kaffeedosen oder Kochbüchern beim Kaffeekauf. Die Restbestände der vorherigen Dreingaben mussten deshalb verkauft werden. Das kam bei den Kunden gut an – die Shop-Idee war geboren.

Elf dieser Tchibo-Shops gibt es heute in München, acht davon mit Café-Bar. Darüber hinaus gibt es in zahlreichen Supermärkten extra Tchibo-Regale. Leider wurden Sitzbereiche im Rahmen von Renovierungsarbeiten zugunsten einer größeren Verkaufsfläche verkleinert, weshalb die meisten Kaffee-Bars nur wenige Sitzplätze bieten. Eine Ausnahme ist hier die Kaffeebar in Haidhausen mit einer modernen Bistro-Bestuhlung. In allen übrigen Kaffeebars sind die vier oder fünf Plätze oft sehr begehrt.

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Für die Enge entschädigt wird man mit gutem Kaffee. Besonders der Filterkaffee ist zu empfehlen. Schon die vergoldeten Maschinen für dessen Herstellung sind beeindruckend. Aber auch die übrigen Kaffeevariationen sind nicht zu verachten. Eine kleine, aber feine Auswahl an Backwaren ergänzt das Angebot und ist dabei preiswert. Ein schöner Filterkaffee und eine Zimtschnecke machen einen Kaffee zwischendurch zur Fika. Besonders auffällig ist die Freundlichkeit der Damen hinter dem Tresen. Ob das die sorgfältige Vorauswahl ist oder die gründliche Einarbeitung, alle Damen sind immer nett und vermitteln das Gefühl, dass die Arbeit ihnen dort Spaß macht. Wer darüber hinwegsehen kann, sich mehr in einem Laden als einem Café zu befinden und einen leckeren Kaffee mit freundlicher Bedienung genießen will, der ist in der Kaffeebar von Tchibo gut aufgehoben.

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Morgen ist McCafé dran.

 

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