Es gibt ihn noch: den guten, alten Resopaltisch. Im Rudel findet man dieses Relikt aus der Wirtschaftswunder-Zeit im Stadtcafé im Münchner Stadtmuseum. Musste man in den Jahren von 1983 bis 1988 noch eine Eintrittskarte besitzen um hier konsumieren zu dürfen, ein Privileg, das Museumscafés zu eigen ist – so kommt man heutzutage gratis hinein. Lacht die Sonne kann man gleich zwischen mehreren Freiluftplätzen wählen. Zum einen die Terrasse am Sankt-Jakobs-Platz mit Blick auf die Synagoge Ohel Jakob, zum anderen verfügt das Stadtcafé auch über einen wind- und vor allem an heißen Sommertagen auch sonnengeschützten Innenhof, den der Betreiber gerne lauschig nennt.
Dabei ist das Café gleich in doppelter Hinsicht besuchenswert. Es gehört keiner amerikanischen Kaffeekette an, die in unsinnigen Packungsgrößen mittelmäßigen Kaffee unter die Leute bringt. Und es versucht nicht mehr zu sein als es ist, nämlich mehr als ein Museumscafé mit Speis und Trank für geschlauchte Museumsbesucher und München-Touristen zuzüglich einer kleinen aber feinen Weinauswahl. Kurz gesagt: das Stadtcafé ist ein bodenständiger Platz zum Verweilen mit gemütlichen rotsamtenen Sesseln an Resopaltischen und zwei einladenden Terrassen. Nicht mehr, aber mehr braucht es auch nicht.

Stadtcafé, Sankt-Jakobs-Platz 1, München-Altstadt, Öffnungszeiten: täglich von 10:00 – 24:00 Uhr, Freitag und Samstag bis 1:00 Uhr.