Gut ein Viertel aller europäischen Arbeitnehmer fühlt sich zu beschäftigt, um während der Arbeitszeit auch mal einen Kaffee zu trinken. Das hat eine vom Institute for Scientific Information on Coffee (ISIC) beauftragte YouGov-Umfrage ergeben. Ob es für Arbeitgeber wirklich gut ist, wenn Mitarbeiter derart eingespannt sind, scheint fraglich. Eine klare Mehrheit der Arbeitnehmer geht nämlich davon aus, dass kurze Kaffeepausen die eigene Produktivität steigern.
Über 8.000 Arbeitnehmer in sechs Ländern hat YouGov befragt, und nicht weniger als 68% trinken während der Arbeitszeit immer oder häufig Kaffee. Für 40% davon geht es dabei insbesondere auch um die kurze Pause, die damit verbunden ist. Eben dafür finden 29% der Arbeitnehmer aber offenbar gar keine Zeit, da sie einfach zu beschäftigt sind. Rund ein Zehntel der Umfrageteilnehmer gab sogar an, während der Arbeit überhaupt nie kurze Pausen zum Essen oder Trinken zu machen.
Dabei sind 63% der Arbeitnehmer selbst der Ansicht, dass eben solche kurzen Pausen am ehesten die eigene Produktivität steigern. Der Befragung zufolge sehen sie dabei im Schnitt Kaffee am ehesten als Getränk, dass ihrer Produktivität auf die Sprünge hilft – mehr noch als andere koffeinhaltige oder koffeinfreie Getränke. Unter anderem gaben 29% der Kaffee-Trinker an, dass sie dadurch aufmerksamer oder weniger müde seien.
Weitgehend bestätigt hat die Umfrage das Image des Kaffees als Morgengetränk. In fünf der sechs erfassten Länder, darunter Deutschland, wird das Getränk am Arbeitsplatz vor allem zwischen neun und elf Uhr Vormittag konsumiert. Einzig die Finnen gönnen sich ihren Kaffee demnach eher um die Mittagszeit. Mehr als die Hälfte der Pendler, die unterwegs Kaffee trinken, sehen diesen als Aufwachhilfe, und 36% fühlen sich damit aufmerksamer.
CoffeeNewsTom meint: Wer keine Zeit für einen Kaffee zwischendurch findet, macht etwas falsch. Gerade nach einer kurzen Pause geht es dann wieder konzentrierter zur Sache. Idealer Weise wird dieser Vorgang durch ein koffeinhaltiges Heißgetränk unterstützt. Zudem legen OECD-Daten nahe, dass lange Arbeitszeiten nicht mit höherer Produktivität in Verbindung stehen. Wer durcharbeitet arbeitet also nicht besser – nur länger!
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