Über das Erschmecken von Kaffee
Der Geschmack Kaffee setzt sich aus über 800 Aromen zusammen – doppelt so viele wie beim Wein. Profis ermitteln beim sogenannten Cupping Geruch, Geschmack, Säure, Körper und die Qualität des Abgangs. Die Geschmacksnoten reichen von Beerenobst über Blumen und Gewürze bis hin zu erdigen oder Krautigen Geschmäckern. Das nachzuschmecken übersteigt meine sensorischen Fähigkeiten. Dass Fertigprodukte dazu beitragen unseren Geschmackssinn zu degenerieren ist nur einer der Gründe dafür.
Wer erwartet, dass eine frische Erdbeere so schmeckt wie der Erdbeerjoghurt aus dem Discounter, der wird sich mit den über hundert verschiedenen Geschmäckern, die sich im Kaffee entdecken lassen, schwer tun. So wie ich. So wäre es – zum jetzigen Zeitpunkt – reine Aufschneiderei, sollte ich behaupten Aprikose, Muskat und Lavendel in meinem Morgenkaffee erschmeckt haben.
Aber Kaffee der mir schmeckt von Kaffee zu unterscheiden, der mir nicht schmeckt, das traue ich mir durchaus zu. Sollten meine Kaffeebeurteilungen die Fachbegriffe der Kaffee-Sommeliers vermissen lassen, so liegt das vor allem daran, dass ich noch nicht so weit bin und das deshalb den Profis überlasse. Trotzdem lohnt es sich über guten Kaffee zu schreiben, denn auch ohne den erprobten Geschmackssinn eines erfahren Rösters lässt sich wunderbares beim Kaffeetrinken erleben. Auch ohne zitrusfruchtig, ein Hauch von Hyazinthen und torfigem Abgang.
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